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Wohnungskatzen – Langeweile bis zur Explosion

Wohnungskatzen – Langeweile bis zur Explosion

Wohnungskatzen – Langeweile bis zur Explosion
Bodo ist zwei Jahre alt. Der Siamkater bringt seine Besitzer in Ihrer Münchener Stadtwohnung seit Wochen durch das nächtliche Geschrei um den Schlaf. Kiki dagegen hält nichts von lautstarken Äußerungen. Die Kätzin frisst mit wachsender Begeisterung still und leise die schönen Zimmerpflanzen. Und schließlich ist das noch der einjährige Tiger. Auch er macht seinen Besitzer Sorgen, da er ihnen heimtückisch auflauert und dann plötzlich seine Klauen und Zähne in den Unterschenkel bohrt.

Oft finden diese und andere schnurrende Patienten schließlich den Weg in die tierärztliche Verhaltenstherapie in unsere Tierarztpraxis in München. Die Besitzer lieben ihre Katzen, aber nicht alles, was diese Samtpfoten so anstellen und hoffen hier auf schnelle Hilfe. Die meisten Katzen, die für die Tier-Verhaltenstherapie vorgestellt werden, sind so genannte Wohnungskatzen. Sie verbringen Tag und Nacht in der Wohnung oder im Haus der Besitzer.

Dr.med.vet. Astrid Schubert, Tierärztin für Verhaltenstherapie weiß dass diese Haltung oft nicht artgerecht ist. Für Comic-Kater Garfield reicht viel Fressen und viel Schlafen zum Katzenglück. In der Realität muss die Umgebung der Patienten meist aufgewertet werden, um sie von ihren kleinen und großen Katzen-Verhaltensauffälligkeiten zu kurieren. Gerade bei Katzen handelt es sich nämlich oft nicht um Verhaltensstörungen, sondern um Normalverhalten, welches jedoch im engen Zusammenleben unter einem Dach für die Besitzer nicht akzeptabel ist.

So kann das Kratzen an Möbeln, Kratzen an Vorhängen und Kratzen an Tapeten der Katzen teuren Schaden anrichten. Kratzen gehört zum Normalverhalten und die Krallen werden an Möbeln gewetzt, wenn Baumstämme oder Zaunpfosten nicht zur Verfügung stehen. Damit möchte die Katze das Revier markieren, es gegen Artgenossen abgrenzen, selbst dann wenn sie diese nur durch die Fensterscheibe sieht. An Kratzbäumen und -matten oder dicken Baumstämmen kann sich das Tier ausleben.

Aber auch Aggressivität gegen Mensch oder Artgenossen kann Symptom für mangelhafte Haltungsbedingungen sein. Obwohl Katzen viel Zeit mit Schlafen und der Körperpflege verbringen, verbrauchen sie doch extrem viel Energie bei ihren kurzen Jagdzügen nach Vögeln oder Nagern. Können Sie das nicht, weil die Innenstadt von München zu gefährlich ist, werden sie langsam aber sicher zu einem explosiven Energiepaket, das schon bei geringsten Reizen mit einer Attacke reagiert. Mausersatz können dabei die schlanken Fesseln von Frauchen oder auch die alte und sehr genervte Katze spielen. Das führt zu Aggressionen und Streit zwischen Hauskatzen. Pro Tag sollte eine Katze rund zwanzig Mal für zehn bis zwanzig Minuten spielen, um ihren natürlichen Instinkt zu befriedigen. Eine halbe Stunde am Abend erschöpft das Tier zwar momentan, reicht aber nicht aus, um einer natürliche Haltung nahe zu kommen.

Das Auffressen oder Zerfetzen der Zimmerpflanzen gehört ebenfalls zu den häufigen Beschwerden. Langeweile ist ein Grund, „auf die Palme“ zu gehen. Eine andere Ursache liegt in dem natürlichen Bedürfnis der Tiere, die schwer verdaulichen Haare die beim Fellputzen abgeschluckt wurden, durch Aufnahme von Gras besser zu verdauen oder durch Würgen wieder nach draußen zu befördern. Katzengras in jedem Zimmer kuriert zumindest das Verdauungsproblem. Gegen die Langeweile helfen Spielen, Klettermöglichkeiten oder sogenanntes Activity-Spielzeug. Zu Letzterem gehört zum Beispiel ein Futterball, der beim Herumrollen „Leckerchen“ verliert – das ist fast so gut wie das Jagen nach der Maus.

Wir halten ein Raubtier mit einer körperlichen Ausstattung, gegen die olympiareife Athleten recht blass aussehen. Und wir erwarten von diesem hochentwickelten Jäger, dass er nachts mit uns im Bett kuschelt und tags Stunde und Stunde geduldig auf unsere abendliche Rückkehr wartet. Immer wieder steht das Bedürfnis nach Beschäftigung und Befriedigung der Instinkte der Katze im Zentrum der Suche nach Ursachen für Verhaltensprobleme. Manchmal folgt daraus keine Störung, sondern einfach nur die fehlende Ausgeglichenheit und eine niedrige Reizschwelle, die ihrerseits fruchtbaren Boden für Phobien, Zwangshandlungen und andere Probleme bieten. Durch artgerechte Haltung von Wohnungskatzen könnte diese Entwicklung verhindert werden.

Bei Verhaltensproblemen Ihrer Katze vereinbaren Sie einen Termin bei Frau Dr. med. vet. Astrid Schubert im Tiergesundheitszentrum München. Die Tierärztin für Verhaltenstherapie hilft Ihnen gerne die passende Therapie für Ihre Katze zu finden und gibt Tipps für eine artgerechte Haltung Ihrer Katze.

Januar 29, 2016
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