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Welpen – die verrückten 5 Minuten beim Hund

Welpen – die verrückten 5 Minuten beim Hund

 

Hilfe, mein Welpe dreht durch! Oder: Die wilden fünf Minuten beim Hund

 

Eben noch ist alles ruhig und dann geht´s los. Meist abends oder am Nachmittag sieht der Besitzer eines Welpen seinen kleinen Vierbeiner mit „irrem“ Blick und rundem Rücken durch die Bude fetzen. Beim Schlittern um die Kurve macht er „Tom und Jerry“ echte Konkurrenz. Schnelles Reinbeißen in alles, was sich ihm bietet und dann schnell wieder abhauen. Der Hund rennt von links nach rechts, der Hund rennt unkontrolliert durch die Wohnung oder das Haus.

Manche Welpen stürzen sich bei solchen Anfällen auf die Besitzer; deren Beine, Füße oder Hosenbeine werden dann wie schlimmste Feinde mit wildem Knurren und manchmal auch Gebell „bekämpft“.

 

Dr. Astrid Schubert. Tierärztin für Verhaltenstherapie im Tiergesundheitszentrum sieht viele solcher Fälle: „Unerfahrenen Besitzern kommen dann nicht selten Zweifel an dem Geisteszustand des Tieres und sensible Menschen können dabei sogar regelrecht Angst vor ihrem neuen Familienmitglied bekommen. Schlimm wird es, wenn das Tier auch nach fünf Minuten nicht zu stoppen ist. Oder wenn die eigenen Kinder weinend und in Panik vor dem Hund flüchten, der scheinbar die Tollwut hat oder zu einer gefährlichen Bestie mutiert.“ In der Indoor-Welpenspielstunde des Tiergesundheitszentrums bleibt viel Zeit für ein beruhigendes Gespräch mit den jungen Hundeeltern. Denn dahinter steckt nichts Schlimmes.

 

Woher kommt dieses Verhalten? Woher kommen die „verrückten fünf Minuten“ beim Hund?

 

Kleine Hunde sind verspielt und üben alle angeborenen Verhaltensweisen im Spiel mit Ihren Geschwistern. Dazu gehört auch das Jagdverhalten, das Sexualverhalten (Aufreiten) und das spielerische Rangeln, damit man später im Ernstfall weiß, wie man einen Konflikt oder lebensgefährliche Verletzungen klärt. Die Beißhemmung ist übrigens nicht angeboren. Diese wird im Spiel mit den gleichaltrigen (!) Artgenossen gelernt.

 

Diese Instinkt-gesteuerten Handlungen unterliegen also sogenannten Trieben und entladen sich je nach Reizlage sinnvoll in einer entsprechenden Situation (dem gegenseitigen Jagen auf der Hundewiese) oder scheinbar sinnlos im Wohnzimmer oder im Garten, und auch dann wenn kein anderer Hund da ist, der die Rolle des Hasen übernimmt.

 

Grundsätzlich ist dieses Verhalten normal und in der Regel haben die meisten Besitzer auch keine Angst vor Ihrem Wildfang, wenn er in Kreisen über Sofa und Tische flitzt und scheinbar nicht mehr ansprechbar ist.

 

Unerfahrene Besitzer und sensible Menschen macht das Verhalten aber Angst. Und wenn Kinder dabei zum Beispiel schreien und wegrennen dann ziehen sie die Aufmerksamkeit des Hundes erst recht auf sich: Nichts ist schöner als ein quietschendes, sich schnell bewegendes Kind, dass dann sogar noch mehr quietscht, wenn man es anspringt oder in die Beine zwickt!

 

Die Lösung des Geheimnisses ist: Ruhe und Auslastung

 

Ganz ohne diese Tobeanfälle geht eine Welpenphase nie an uns vorbei. Es wäre auch schade, denn in dem Wissen, dass diese „Crazy-5-Minutes“ ganz normal sind und im Alter auch wieder verschwinden, kann man sich in Ruhe zurücklehnen, Tränen lachen und diese Zeiten einfach nur genießen.
Dauern die „Fünf Minuten“ länger als 15 Minuten oder wird dabei immer gleich zum Angriff auf den Besitzer geblasen, ist Hilfe von Nöten.

 

Zunächst einmal sollte man die Auslastung des Welpen unter die Lupe nehmen. Meist sind die gelenkschonenden und gut gemeinten Ratschläge des Züchters verantwortlich für mangelnde Auslastung.

 

Welchem Hund mit 15 Wochen sind drei Mal 20 Minuten Spaziergang denn wirklich genug Bewegung? Und wenn man nur mal seinen gesunden Menschenverstand benutzt wird einem schnell klar: Wenn wir die Welpen nicht von der Mutter und den Wurfgeschwistern trennen würden, wenn sie also weiterhin zusammen blieben, würde dann mit 15 Wochen wirklich ein Aufpasser mit Stoppuhr daneben stehen und nach 30 Minuten das Stoppschild heben? „Halt, jetzt ist Eure Spielzeit vorbei! Alle sofort in die Ecke legen und jetzt bitte für vier Stunden nicht mehr Toben! Rennen, Spielen, über Steine und Baumstämme hüpfen strengstens verboten!“

 

Mal ehrlich – die Natur hält sich nicht an diese menschengemachten Regeln. Ganz im Gegenteil: Diese Regeln sind unnatürlich und führen oft zu Verhaltensauffälligkeiten, weil die unausgelasteten Welpen sich mit Ideen wie Dinge zerkauen oder Kinder jagen ein Ventil verschaffen.

 

Natürlich dürfen Sie einen Welpen nicht überfordern. Eine halbe Stunde Dauerlauf ist zu viel. Eine Bergtour durch die Münchner Berge über eine Stunde und mehr auch. Auch ein langer Stadtbummel ist nichts für die Kleinen. Mit Vernunft und Hinschauen und Beobachten weiß man schnell, wenn es zu viel wird. Und auch wenn´s zu wenig war.

 

Sie sind nicht sicher, wie viel Auslauf Ihr Hund wirklich braucht?

 

Fragen Sie unsere Spezialisten im Tiergesundheitszentrum, Ihrem Tierarzt in München. Wir helfen Ihnen weiter. Auch die Welpenspielstunden der Hundeschule Dog´s Academy, sind ideal, um Ihren Welpen in seiner Entwicklung optimal zu unterstützen.

 

Vor allem anderen aber gilt: Genießen Sie die schöne Welpenzeit. Sie geht viel zu schnell vorbei und es gibt sie bei jedem Hund eben nur einmal!