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Trennungsangst beim Hund

Trennungsangst beim Hund

Wenn Alleinbleiben zum Problem wird

Seit Jahrtausenden haben Mensch und Hund eine emotionale Bindung: Hunde sind des Menschen bester Freund. Sie erfüllen die unterschiedlichsten Aufgaben. Kaum noch werden Hunde als reine Arbeitstiere gehalten. Die meisten Besitzer betrachten ihren Hund als ein wichtiges Mitglied der Familie.

Aus dieser enger werdenden Beziehung zwischen Hund und Mensch entstehen für manche der vierbeinigen Partner allerdings emotionale Probleme. In der Sprechstunde für Verhaltenstherapie des Tiergesundheitszentrums werden sehr häufig Hunde mit Trennungsangst vorgestellt.

Dazu Dr. Astrid Schubert, Tierärztin für Verhaltenstherapie: Diese Tiere leiden extrem unter der Trennung von „ihrem“ Menschen. Werden sie allein in Ihrem Münchener Zuhause gelassen, zeigen die armen Tiere Symptome von Stress, wie andauerndes Hunde-Bellen oder Hunde-Heulen, zerstörerisches Verhalten unter welchem Möbel, aber auch Wände, Türen oder der Teppich stark leidet. Bei extremen Fällen von Trennungsangst ist der Stress für Ihren Hund so groß, dass auch das vegetative Nervensystem schwer in Mitleidenschaft gezogen wird. So kann es zu starkem Speicheln, Urin- oder Kotabsatz in der Wohnung kommen.

Die Ursache dieser großen Verlustangst liegt im natürlichen Wesen des Hundes. Instinktiv hat er das Bedürfnis nach dem Zusammenleben im Rudel. Hunde sind gesellige Tiere und fühlen sich nur in der Gruppe wirklich wohl. Die Fähigkeit, diese enge Bindung auch zu einer völlig anderen Tierart, dem Menschen, zu entwickeln macht den Hund einerseits zu einem idealen Partner auf vier Pfoten. Andererseits ist aber gerade dieses starke Band der Grund für die Trennungsangst. Auch der Tod eines Familienmitgliedes, des Zweithundes oder eine Scheidung des Besitzerpaares kommen als Auslöser für die Trennungsangst in Frage.

Die meisten Hunde lernen, dass es nur eine vorübergehende Trennung ist, wenn der Besitzer das Haus verlässt und sie allein bleiben müssen. Hunde mit dieser Verhaltensproblematik können diese Trennung vom Sozialpartner nicht so entspannt tolerieren und glauben, aus dem kurzen Ausflug nach München wird eine Reise in die ganze Welt. Sie empfinden großen Stress und zeigen die erwähnte Symptomatik. Oft empfinden die Besitzer das Verhalten des Hundes als Rache und bestrafen ihn nach ihrer Rückkehr für die Zerstörung oder die Spuren der Unsauberkeit. Die Angst des Hundes und der Stress beim Alleinsein wird damit allerdings nur noch größer, da er nun zusätzlich in einen emotionalen Konflikt gerät: Einerseits möchte er nichts lieber, als dass der Besitzer zu ihm zurückkommt, andererseits fürchtet er das für ihn unverständliche aber schmerzhafte Verhalten der Besitzers, wenn dieser ihn bei der Rückkehr für die Zeugnisse der Trennungsangst bestraft. Aus Unwissenheit ihrer Besitzer landen viele Hunde so im Tierheim. Doch gerade diese Erfahrung bestätigt den Hund in seiner Urangst, den Sozialpartner oder das „Familien-Rudel“ für immer zu verlieren. So ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er sich noch stärker an seinen nächsten Besitzer klammert. Trennungsangst-Hunde sind oft extrem anhänglich. Sie begleiten ihre Besitzer auf Schritt und Tritt. Selbst beim Gang auf die Toilette möchten sie am liebsten dabei sein. Natürlich schmeichelt die Anhänglichkeit des Tieres sehr und wird mit übergroßer Liebe des treuen Hundes zu seinem Menschen verwechselt.

Eine Verhaltenstherapie ist oft die einzige Lösung für die Tiere, um mit dem Alleinsein zurechtzukommen. Eine Desensibilisierung und ein Programm, welches die zu enge Bindung zwischen Mensch und Hund lockert, sind der richtige Weg aus dem Dilemma. Medikamente können die Therapie sehr wirksam unterstützen. Die Gabe von Medikamenten allein führt allerdings nicht zur dauerhaften Lösung des Problems. Die komplexe Behandlung sollte von einem erfahrenen und spezialisierten Tierarzt für Verhaltenstherapie überwacht werden.

Ihr Hund ist „verhaltensauffällig“? Ihr Hund hat Trennungsangst und das Tier kann Sie nicht loslassen? Dann kontaktieren Sie Dr. Astrid Schubert, Tierärztin beim Tiergesundheitszentrum München. Als Mit-Besitzerin einer Hundeschule in München und auf Basis von jahrelanger Erfahrung ist Frau Dr. Schubert auf die Verhaltenstherapie bei Hunden und anderen Tieren spezialisiert.

Januar 29, 2016
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