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Der Hund auf der Couch – Verhaltenstherapie bei Tieren

Der Hund auf der Couch – Verhaltenstherapie bei Tieren

Von Tierpsychologen, Kynologen und Hundeflüsterern
Über Verhaltensstörungen bei Haustieren wurde bis vor zehn Jahren kaum berichtet. Die Katze hat eben „gesponnen“, der Hund war „halt ein Raufer“ oder „Angstbeißer“ und das Pferd war „nervös“ oder hatte zu viel „heißes Blut“.

Doch seither zeichnet sich hier eine deutliche Veränderung ab.
Moderne Tierhalter haben andere Erwartungen an ihre Haustiere. Nicht mehr länger dienen sie, wie seit Jahrhunderten, dem reinen Gebrauchszweck. Gab es in der Vergangenheit ein Verhaltensproblem, das dem Gebrauch eines Hundes widersprach, so verlor er damit seine Daseinsberechtigung – der Jagdhund wurde erschossen und dem Hütehund blühte ein ähnliches Schicksal – „Verhaltenstherapie“ in frühen Zeiten.

Die meisten Tierbesitzer unserer Tage halten ein Haustier als Partner auf vier Pfoten. Wie mit einem Familienmitglied sprechen sie mit den befellten oder gefiederten Begleitern, lieben und umsorgen es und fühlen sich verantwortlich. Gerät Katz´ oder Hund „auf die schiefe Bahn“ und zeigt ein Verhaltensproblem, so steht die Euthanasie als Alternative nur selten zur Debatte. Hier kann eine Verhaltenstherapie hilfreich sein.

In der tierärztlichen Verhaltenstherapie liegen weder Hund noch Katze „auf der Couch“ und „geflüstert“ wird bei der therapeutischen Arbeit mit Pferden auch nicht. Viel mehr geht es darum, im Gespräch mit dem Besitzer die Vorgeschichte zu erfassen und anhand von Verhaltensbeobachtungen und – tests am Tier die Ursache des Problems und die passende Therapie zu finden. Auslösende Erkrankungen, wie z.B. Tumore oder Epilepsie müssen ausgeschlossen bzw. behandelt werden.

Die Verhaltenstherapie ist der psychotherapeutischen Behandlung des Menschen gar nicht unähnlich. Ob nun ein Mensch panische Angst vor dem Fliegen im Flugzeug oder ein Hund Panik bei lauten Geräuschen empfindet – beide erwartet eine Desensibilisierung als Therapie. Beim Tier bedeutet dies langsames Heranführen an den Auslöser unter zu Hilfenahme moderne Trainingsmethoden.

In gravierenden Fällen kann auch die Verabreichung eines Medikamentes eine große Hilfe für Tier und Besitzer sein. Ein angstlösendes Medikament verhindert zum Beispiel die massiven Angstzustände, unter der das Tier so leidet und macht die Durchführung therapeutischer Übungen in schweren Fällen erst möglich.

Die Tierpsychologie und Behandlung von Problemtieren ist ein Fachgebiet, welches deutlich an Interesse gewinnt. Die Kehrseite der Medallie sind vermeintliche Fachleute, die auf der Welle des „Pferdeflüsters“ das schnelle Geld wittern. Begriffe wie „Hunde- oder Tierpsychologe“ sind nicht geschützt und schnell wird damit Unfug getrieben.

Auch im Hinblick auf körperliche Erkrankungen, die zu Verhaltensstörungen führen sowie einer fundierten Ausbildung und fachmännischem Wissen ist die Verhaltenstherapie des Tieres in einer darauf spezialisierten Tierarztpraxis empfehlenswert. Gute Praxen überwachen Training und Therapie persönlich und sorgen so für einen erfolgreichen Verlauf der Verhaltenstherapie.